TSV-Läufer Michael Ohler beim Swissalpine in Davos


Michael hat am letzten Juli-Wochenende Schweizer Boden unter die Lauschuhe genommen. Hier sein Laufreport:
„Bei sehr guten, jedoch läuferisch schwierigen Bedingungen (10 Grad beim Start, 30 Grad im Ziel) startete ich am Samstag, den 27. Juli frühmorgens um 7:00 Uhr beim Swissalpine in Davos (Schweiz).
Meine Wahl aus den angebotenen zahlreichen sieben Wettkämpfen fiel auf die Königsklasse K78. Der Lauf ist ein Rundkurs und führt von Davos über zwei Pässe wieder zurück zum Startpunkt. Mit mir hatten sich 1095 Teilnehmer dieser Herausforderung gestellt.
Für den K78 hatte ich mich top vorbereitet und war gefühlt auf den Punkt fit.
Beim Start war schon klar, dass dieser Tag als Hitzeschlacht in die Annalen des Swissalpine eingehen wird. Trotz Verpflegung alle fünf Kilometer entschied ich mich dafür, eine Trinkflasche mitzunehmen – zu dieser Entscheidung konnte ich mir unterwegs mehrfach nur gratulieren…
Die ersten Kilometer führten durch Davos und es waren zu dieser frühen Stunde erstaunlich viele Zuschauer an der Strecke. Landschaftlich hat der Lauf alles zu bieten: Flüsse, Eisenbahn- und Hängebrücken wurden überquert, Schneefelder, Trails und malerische Ortschaften durchlaufen.
Die Aufstiege verlangten mir und den anderen Läufern alles ab: Zwischen der Keschhütte als erstem „Höhepunkt“ (2632 Meter) und dem zweiten, dem Sertig(s)pass (2739 Meter), liegt eine ordentliche Senke, fast 250 Höhenmeter „verloren“ wir auf den ersten beiden Kilometern. Und schwierig wurde es: der enge Pfad („Panoramatrail“) ist durch sein stetiges Auf- und Ab sehr schwierig zu laufen.
Danach galt es, mehrere Schneefelder zu durchqueren und sich dabei nicht hinzulegen. In der Folge konnte man es bergab eigentlich laufen lassen. Das allerdings scheiterte an einem Problem: Der Weg ist durch die Steine und Wasserläufe viel zu gefährlich. Und die ersten Krämpfe meldeten sich in den Oberschenkeln!
Die letzten Kilometer führte uns ein wunderschöner, gewundener Waldweg wieder Richtung Davos. Dieses letzte Teilstück schien nicht enden zu wollen und bei mir begann der Kampf „Geist gegen Körper“. Trotz der Erschöpfung und körperlicher Defizite freute ich mich, weil ich wusste, dass ich es schaffen werde.
Im Stadion ging es auf die Tartanbahn, deren Außenrunde für die K78er reserviert war. Unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer hatten gleichermaßen Lust und Leiden dann nach acht Stunden und fünfundzwanzig Minuten, 77,74 km und fast dreitausend gemessenen Höhenmetern auf und ab tatsächlich ein Ende. Trotz der Anstrengung war es jeder Meter wert zurückgelegt zu werden.
Meine gelaufene Zeit bescherte mir Platz 36 und den 13. Rank in der AK 40.
Später höre ich, daß die Cut Off-Zeiten bis zu vierzig Minuten verlängert wurden. Die Ergebnislisten spiegeln das allerdings nicht wider, sie enden, wie ausgeschrieben, nach vierzehn Stunden, und weisen 877 Finisher und damit wesentlich weniger als sonst aus. Da alleine 119 gestartete K78er vorzeitig bei K30 bzw. C42 gewertet verkürzt haben, gehe ich davon aus, dass viele unterwegs ohne Wertung haben abbrechen müssen.
Ein großes Lob an die Organisation. Es ist schon bemerkenswert, wie hier sieben Läufe und deren Läufer versorgt wurden.
Auch mein Sohn Emilio schlug sich einen Tag vorher beim Mini-Lauf als 28. sehr tapfer.“
Zu diesen Leistungen können wir nur voller Respekt gratulieren!