„Das ganze Jahr der schönste Moment“- Rheinpfalz 6. August


Bericht der Rheinpfalz am Samstag den 6. August 2011:

“ Zur Bundeswehr möchte ich auf jeden Fall nicht“. Diese war der Grundstein für den weiteren Lebenslauf von Maximilian Nagl. Das sollte nicht nur die Entscheidung  für das Freiwillge Soziale Jahr (FSJ) sein, sondern den 21- Jährigen auch zu seinem Berufswunsch leiten. Seit über zehn Jahren ist Maximilian schon Mitglied in der Leichtathletik Abteilung des TSV Kandel. 2009 hat er den Trainerschein im Bereich Leichtathletik erworben und steht heute im Stadion eher auf der Trainer – als auf der Spotlerseite. Von seinem eigenem Trainer Klaus Jacobs hatte er schon von der Möglichkeit des FSJ erfahren. Schon vor einem Jahr tendierte Maximilian zu einem Lehramtsstudium, daher setzte sich Klaus Jacobs, selber Lehrer an der IGS Kandel, für eine Kooperation mit den örtlichen Schulen ein.

Der Arbeitsalltag bestand aus dem Besuch des Regelunterrichts in den Schulen in Kandel, Grund-, Real- und Integrierter Gesamtschule, und in der Grundschule Minfeld. Jeweils zwei Studen pro Schule und Woche wirkte der 21- Jährige im Sportunterricht einzelner Klassen mit. Zudem unterrichtete er in jeder Schule eine Sport-AG. Dazu kam Arbeit im TSV. Auch hier hatte er mit Kindern zu tun: Bereits seit 2009 betreut er die Leichtathletik-Gruppe der 14- bis 15-Jährigen. Für die Zeit des FSJ wechselte er zu den zehn bis elf-Jährigen, der sogenannten C-Schülerklasse. „In dieser Altersklasse legt man Grundsteine für später. Mir geht es um deren Erfahrung“, erzählt Maximilian. Auch im Bereich Gymnastik, zum Beispiel beim Trampolin, ist Maximilian dabei… . Für einige Kinder ist es … ein Hobby, das Spaß macht, aber „viele sind auch sehr ehrgeizig“. So sei ein Drittklässler in die nächsthöhere Klasse gekommen, der schon vier Meter beim Weitsprung erreicht. Zweimal pro Woche trainieren rund 20 junge Athleten unter Ansage ihres ebenfalls jungen Trainers, „hauptsächlich alles in spielerischer Form, aber auch leistungsbezogen“. In den zwei Jahren hat Maximilian viel Erfahrung gesammelt, anfängliche Inspirationen holte er sich aus Fachliteratur wie Leichtathletikzeitschriften.

Ein FSJ dauert nicht wie der frühere Zivildienst neun Monate, sondern geht über ein ganzes Jahr.  Auch hier gibt es ein kleines Entgelt, etwa 300€ im Monat. Im Fall von Maximilian galt es 39 Stunden pro Woche zu arbeiten, „da kamen aber Überstunden von Wettkämpfen dazu“, bei denen er seine jungen Schützlinge tatkräftig unterstützt. Da er den für das FSJ vorgesehene Trainerschein schon hatte, bestand er erfolgreich die Prüfung zum Vereinsmanager.

Die Entscheidung für ein FSJ habe sich auf jeden Fall gelohnt, sagt er, „es war ziemlich hilfreich für die Breufsfindung“. Das Abitur absolvierte Maximilian an einem technischen Gymnasium in Karlsruhe. „Dort waren Maschinenbau und Physik das Thema. Das war nicht, was ich mir vorgestellt habe, aber ich habe viel dort gelernt.“ Der Beruf Lehrer war schon vor dem FSJ eine mögliche Option, durch die praktischen Einblicke wurde diese Vorstellung klarer. „In diesem Jahr habe ich gefunden, was ich machen will. Das ganze Jahr war der schönste Moment.“ In der Leichtathletik hatte Maximilian ja schon früher mit Kindern zu tun, dennoch sei die Erfahrung in der Schule eine ganz andere gewesen. „Zur Leichtathletik kommen die Kinder freiwillig, in die Schule müssen sie.“ Von allen Schulen erhielt Maximilian positive Bewertungsschreiben, die er seinen Unibewerbungen beilegte. An drei Universitäten/ Pädagogischen Hochschulen hat er sich beworben, für Grundschullehramt in Freiburg und Karlsruhe, für Gymnasiallehramt in Landau. Zusagen müssen spätestens im September eintreffen, im Oktober beginnt das Wintersemester. Dem 21-Jährigen wäre „Freiburg am liebsten“, auch wenn er seine Trainingsstunden vertreten lassen müsste. „Während des Studiums würde ich mir aber auf jeden Fall einen Verein dort suchen:“ Über sein großes Engagement wird man sich dort sicher genauso freuen wie in Kandel.

Max bei der Arbeit: