Nachruf zum Tod von Jürgen Illig


Jürgen Illig, ein vor allem wegen seiner Verdienste um den TSV 1886 Kandel bekannter und geachteter Mitbürger, ist am 24. Dezember, einen Monat nach seinem 77. Geburtstag verstorben.

In seiner Freizeit hat sich Illig, der beim Amtsgericht als Justizamtsrat tätig war, ganz dem Sport verschrieben. 20 Jahre lang, von 1975 bis 1995, leitete er als Vorsitzender den TSV 1886 Kandel und war danach noch vier Jahre lang dessen Präsident. Rund 800 Mitglieder hatte der TSV, als Illig erstmals zum Vorsitzenden gewählt wurde. 1.200 Mitglieder zählte der Verein 1995, als er nicht mehr für den Vorstandsposten kandidierte, obwohl sich inzwischen mit den Fußballern und den Tennisspielern zwei mitgliederstarke Abteilungen selbständig gemacht hatten. Diese Zahlen sagen viel aus über die Arbeit, die Jürgen Illig für den Verein geleistet hat. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben sah er es an, ein fairer Mittler zwischen den verschiedenen Abteilungen des TSV zu sein, deren Interessen oft auseinander liefen. Dass ihm dies sehr gut gelungen ist, bestätigten ihm die Abteilungsleiter bei seinem Ausscheiden einmütig. Als wichtigstes Ergebnis seiner Arbeit nannte Illig die Umgestaltung des Bienwaldstadions mit neuer Tribüne und Kunststoffbahn. Als TSV-Vorsitzender hat er bei Verwaltung, Stadtrat und Bürgermeister unermüdlich Überzeugungsarbeit geleistet, um das Bienwaldstadion wieder in einen Zustand zu versetzen, der der großen Tradition dieser Sportstätte gerecht wurde. Dass ihm dies gelungen, ist beweisen die drei deutschen Meisterschaften, die dem TSV vom Deutschen Leichtathletikverband während Illigs Amtszeit übertragen wurden.
Erste Erfahrungen als Sportfunktionär hatte Jürgen Illig schon vor seiner Wahl an die Spitze des TSV gesammelt, war er doch zuvor nicht nur stellvertretender TSV-Vorsitzender sondern auch Abteilungsleiter der TSV-Leichtathleten, Vorsitzender des Leichtathletikkreises Germersheim und Statistiker des Pfälzischen Leichtathletikverbandes. Später war Illig auch noch für vier Jahre als Abteilungsleiter der heute „Abteilung für Prävention und Rehabilitation“ genannten „Coronarsportgruppe“ tätig.
Das Land Rheinland-Pfalz verlieh Jürgen Illig in Anerkennung seines großen ehrenamtlichen Engagements die Landesehrennadel. Der Deutsche Leichtathletikverband und der Leichtathletikverband Pfalz zeichneten ihn für seinen unermüdlichen Einsatz für den Sport mit ihren Ehrennadeln in Gold aus und „sein TSV“ ernannte „Kandels Sportfunktionär Nummer eins“, wie Illig in einem früheren Artikel der RHEINPFALZ einmal genannt wurde, zum Ehrenmitglied.

Die Beerdigung wird am 09. Januar 2015 um 14 Uhr auf dem Friedhof der Stadt Kandel (Landauer Str.) stattfinden.