Le Défi des Seigneurs


Bad Niederbronn, 7. April: Michael Ohler vom TSV 1886 Kandel beteiligte sich am Wochenende bei einem Traillauf der besonderen Art bei unseren Nachbarn im Nordelsaß. Trailrunning besitzt in Frankreich eine eigene Qualität. Neben dem legendären UTMB in den Alpen, den Michael schon mehrmals in Angriff nahm, gibt es unzählige Veranstaltungen, bei denen sich der Trailer in unwegsamem Gelände austoben kann. Dabei wird von den französischen Veranstaltern auf Selbstständigkeit großen Wert gelegt, das bedeutet, mit Verpflegungsstellen alle 5 km, wie bei uns beim Marathonlauf und auch bei Landschaftsläufen üblich, ist eher nicht zu rechnen. Der veranstaltende Laufclub aus Niederbronn, les vosgirunners, hatte zum „Les Courses Nature de Niederbronn“ eingeladen und 4 verschiedene Streckenlängen angeboten. Michael hatte sich für „Le Défi des Seigneurs(Herausforderung für Herren) angemeldet. Auf ihn wartete ein Lauf über 74 km mit 2500 Höhenmetern.

Der Start erfolgte morgens um 7 Uhr beim Niederbronner Sportgelände. Über die Orte Jägerthal, Mattstall und Lembach ging es nordöstlich in Richtung deutsch-franz. Grenze. Bei km 24, in Sichtweite der Maginotlinie, gab es die erste Verpflegungsstelle. Die Strecke führte nach Erreichen des bekannten Ausflugslokal „Gimbelhof“ nun in westlicher Richtung. Entlang der Grenze, vorbei am Parkplatz der Ruine Fleckenstein und über den Falkenberg zur Burg Wasigenstein (km 42) laufend, dabei einen Blick auf den Ort Wengelsbach auf deutscher Seite erhaschend, erreichten die Trailer die zweite, reichlich bestückte Verpflegungsstelle beim Ort Obersteinbach. 44 km waren zurückgelegt.

Weiter ging es vorbei an der Ruine Schöneck, dem Ort Dambach nun in südlicher Richtung, dabei die dritte und vierte Verpflegungsstellen, die gleichzeitig auch Kontrollstellen waren, passierend, dem Ziel in Niederbronn entgegen. Die Trails, mal anspruchsvoll und mal leichter zu laufen, immer gut ausgeschildert, führten fast die ganze Strecke durch den französischen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord, das 1998 als erstes grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet der UNESCO in Europa ausgewiesen wurde. Michael brauchte sich über die Sollzeit von 13 Stunden überhaupt keine Gedanken zu machen, denn bereits nach 7 Stunden, 16 Minuten und 7 Sekunden erreichte er das Ziel beim Stadion von Niederbronn.

Auf der Wiese um das Stadion hatten es sich einige Finisher und Zuschauer gemütlich gemacht und genossen beim Warten auf die Siegerehrung noch einmal die warmen Sonnenstrahlen. Für Michael hatte sich das Warten gelohnt, denn als Neunter des Gesamteinlaufes und Dritter der Veteranen 1 durfte er das Siegertreppchen besteigen. Sein Fazit: „Die herrliche Landschaft, das läuferfreundliche Wetter und die familiäre Atmosphäre waren eine Reise nach Niederbronn wert.“

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